Fahrradmitnahme im Zug/Bus in Italien

Du möchtest Dein Fahrrad in Italien mit dem Zug transportieren oder von einer Radtour wieder mit dem Zug aus Italien nach Deutschland zurück fahren? Im Folgenden schildere ich Dir aus eigener Erfahrung kurz, worauf Du bei der Fahrradmitnahme achten solltest. Soviel vorab, mit ein paar Tipps ist die Mitnahme des Fahrrads in Italien problemlos möglich!

Bis Ende 2020 war die Mitnahme von Fahrrädern in Italien quasi nur im Nahverkehr möglich. Inzwischen gibt es jedoch einige InterCity-Züge in Italien in denen die Fahrradmitnahme offiziell erlaubt ist. Das Angebot ist jedoch begrenzt. Ich erkläre Euch kurz worauf Ihr im Nah- und Fernverkehr achten solltet.

Mitnahme nur im Regionalverkehr

Die Mitnahme des Fahrrads im Regionalverkehr ist in Italien schon lange möglich. Beachten solltest du nur ob die Mitnahme in dem jeweiligen Zug grundsätzlich möglich ist. Dies erkennst Du entweder in den Aushangfahrplänen, wo ein kleines Fahrradsymbol neben dem jeweiligem Zug abgebildet ist. Alternativ kannst Du die Verbindung online überprüfen. Die Trenitalia-Webseite hat zu jedem Zug eine kleinen Info-Button neben dem Zugnamen. Hier wird angezeigt ob die Fahrradmitnahme erlaubt ist. Sollten die Züge nicht freigegeben sein, können Fahrräder als Gepäckstücke (also demontiert) transportiert werden.

Sollte die Mitnahme von Fahrrädern möglich sein (was bei fast allen Regionalzügen der Fall ist), ist hierfür vorab ein Ticket zu erwerben. Dies ist online (über diesen Link) oder an den Fahrkartenautomaten möglich (supplemento biciclette). Das Ticket kostet 3,50€ und ist üblicherweise 24 Stunden gültig. In einigen Regionen gelten jedoch abweichende Regeln und die Tickets sind teurer oder die Mitnahme ist kostenlos. Eine Übersicht dazu findest Du hier. In Südtirol kosten die Tickets z.B. 7€. Ähnlich wie in Deutschland können Fahrradplätze im Nahverkehr nicht reserviert werden. Daher können in den Zügen nur soviel Räder transportiert werden wie Platz ist. Ggf. kann die Mitnahme vom Personal verwehrt werden.

Achtung: Üblicherweise müssen die Tickets in Italien noch entwertet werden.

Wo wird das Fahrrad im Nahverkehr untergebracht?

Immer häufiger werden im Nahverkehr inzwischen Niederflurzüge mit großen Multifunktionsräume angeboten. Hier kannst Du das Fahrrad problemlos in den Zug hineinschieben und verstauen. In den alten, „klassischen“ Zügen sind die Stellplätze für die Räder üblicherweise im Steuerwagen. 

Leider gibt an den Bahnsteigen meistens keine Information darüber, wo das Fahrradabteil beim Zug ist. Ich habe gute Erfahrungen gemacht mich mittig am Bahnsteig zu positionieren. Falls es sich nicht um einen Niederflurzug handelt und die Lok als erstes einfährt, ist das Fahrradabteil am anderen Ende des Zugs. Fährt zuerst das „Ende“ des Zugs ein, befindet sich hier das Fahrradabteil. Ggf. kann auch das Personal vor Ort gefragt werden wo das Fahrradabteil ist. Achtung: Auf keinen Fall solltet Ihr am Bahnsteig auf dem Rad fahren.

Mitnahme im Fernverkehr

Bis Ende 2020 war die Mitnahme in italienischen Fernverkehr nicht möglich. Inzwischen gibt es eine steigende Anzahl an Verbindungen welche eine eingeschränkte Mitnahme ermöglich. Das Streckennetz sowie die Möglichkeiten die Tickets zu kaufen erkläre ich hier und hier. Grundsätzlich ist zu beachten, dass die Stellplätze pro Zug stark limitiert sind und eine frühzeitige Reservierung daher zu empfehlen ist.

Sollte auf der gewünschten Strecke keine Mitnahme möglich sein, gibt es die Möglichkeit das Fahrrad in Fahradtaschen (oder irgendwie anders verpackt) als Gepäckstück transportieren. Dabei gelten maximale Abmessungen von 110x80x40 cm. So habe ich mein Fahrrad bspw. im Nachtzug auch schon bis nach Sizilien transportiert.

Neben den Zügen von Trenitalia gibt es zudem noch internationale Züge welche grenzüberschreitend die Fahrradmitnahme ermöglichen. Dies sind einerseits die EuroCity-Züge der DB/ÖBB die auf der Relation München/Venedig/Bologna sowie einige Züge zwischen Italien und der Schweiz. Auch bei diesen internationalen Zügen sind die Stellplätze limitiert und reservierungspflichtig.

Im besten Fall kauft man die Tickets und die Reservierungen bereits in Deutschland/Österreich. Sowohl die Reservierung als auch das Ticket für die DB/ÖBB ECs bekommt man in Italien nur an einigen wenigen DB/ÖBB Verkaufspunkten. Trenitalia selbst verkauft diese Tickets nicht. Als Tipp bietet sich hier die ÖBB App für das Handy an. Diese ermöglicht eine Buchung der Tickets und der Reservierungen am Handy. Wer kein Ticket/Reservierung hat, sollte einfach direkt beim Zugpersonal nachfragen. Sollte der Zug nicht ausgebucht sein, kann ein Ticket ausgestellt werden.

Als Alternative bietet sich auch in Italien die Mitnahme im Flixbus an. Allerdings sind sowohl die Anzahl an Linien welche eine Mitnahme ermöglichen als auch die Plätze sehr begrenzt.