Weiter von Buzet nach Poreč

Nachdem es Nachts nochmal kräftig geregnet hatte, begann der Morgen endlich wieder mit strahlend blauem Himmel. Meine Gastgeber waren sehr freundlich und wollten mich neben Kaffee vor allem nicht ohne ein Gläschen Aufgesetzten gehen lassen.

Nachdem meine Routenplanung aufgrund der deutlich kürzeren Strecke vom Vortag hinfällig war, beschloss ich zunächst der D44 bis nach Motovun zu folgen. Die Straße folgt der Verlauf der Mirna, die ein teilweise sehr enges Tal geschaffen hat. Die Altstadt von Motovun thront auf einem etwa 280 m hohem Hügel, so dass es erstmal kräftig ach oben geht. Für die schöne Altstadt und den Ausblick lohnt es sich aber in jedem Fall.

Das Endziel der Tagestour, Poreč, ist von Motovun ca. 30 km entfernt. Da ich auch noch Pazin, ebenfalls ein kleines altes Städtchen, einen Besuch abstatten wollte bin ich ab Motovun zunächst weiter in Richtung Süden gefahren. Teile der Strecke nach Pazin und ab Pazin in Richtung Poreč waren leider auf eher stark befahrenen Straßen (D66), so das ich froh war bald wieder auf Nebenstraßen durch Istriens grüne Natur und über kleine Dörfchen zu fahren. Erst an der Küste lässt sich die D75 Hauptstraße nicht mehr vermeiden.

Trieste nach Buzet

Zentral in Trieste beginnt der Rosandratal-Radweg (Giordano Cottur) der einer alten Bahntrasse folgt und von der Adriaküste direkt in das Karst Gebirge Slowenien führt. Knapp 500 hm sind auf den etwa 16 km zu bewältigen.

Schnell führt der Weg von der Stadt in das fast unwirklich vorkommende Rosandratal. Es geht durch alte Tunnel und über Eisenbahnbrücken. Ein Großteil des Weges ist allerdings nicht asphaltiert und der grobe Schotter ist eher etwas für das Mountainbike. Obwohl die Steigung eher gering ist – alte Bahntrasse halt – war die Strecke doch eher beschwerlich, aber schön.

Knapp hinter der slowenischen Grenze setzte plötzlich wieder Regen ein. Nach einer längeren Pause in einer Bar, und keinem wirklichem Ende in Sicht, war klar die die geplante Strecke bis Labin unrealistisch ist. Ich entschied mich daher nur bis Buzet, kurz hinter der kroatischen Grenze zu fahren. So ging es, teil unwirklichen, Nebenstraßen durch den Regen. Teilweise über Schotter, teilweise durch kleine Dörfer mit sehr viel Lehrstand.

Ein windiger Prolog

Früh ging es heute morgen zum Zug um relativ zeitig in Villach anzukommen, da der Plan war noch einige Kilometer zurückzulegen.

Gegen Mittag startet ich daher in Villach in Richtung Kranjska Gora. Fast das gesamte Stück kann man dem Via Alpe Adria Radweg folgen, welcher zunächst durch das wildromatisch Gailtal führt. Ab der italienischen Grenze gibt es schließlich einen Radweg der fast komplett fernab vom Verkehr geführt wird, im späteren Verlauf der Via Alpe Adria folgt dieser einer alten Bahnstrecke.

Soweit sollte es heute aber nicht gehen, mit der einfahrt in den alten Bahnhof von Tarvisio bog ich ab in Richtung Slowenien. Auch hier gibt es einen Radweg (den ich bereits 2015 mal gefahren bin) der zum Großteil alter Bahntrassen folgt. So geht es kilometerweit ohne ein Auto zu sehen immer leicht bergauf durch dichte Wälder. Auf slowenischer Seite öffnet sich das Tal langsam etwas, es überwiegt nun Gras und weniger Bäume. Immer wieder gibt es faszinierende Blicke auf die umliegenden Berge.

Für einen Prolog anstrengend war insbesondere das Wetter. In Villach schien noch die Sonne, es war angenehm warm. Im weiteren Verlauf des Gailtals wurde es aber zunehmend windiger, teils stark böiger Gegenwind aus Süd/Westen machte das Radfahren schwer. Es war gut zu erkennen, wie die Wolken gegen die entfernten Berggipfel gedrückt wurden. Zudem nahmen die Temperaturen rasch ab, so das ich in Slowenien wieder die Jacke auspacken musste. Regen kündigt sich an….