Von Villach mit dem Rad durch Istrien

Im Herbst 2019 bin ich in etwa 5 Tagen von Villach durch das Triglav Gebirge über Tieste bis nach Istrien gereist. Von dort ging es zurück nach Trieste. Die gesamte Streckenlänge beträgt gute 500 km und einige Höhenmeter. Neben der Schönheit des Triglavs Gebirges und der Soca führen Teile der Strecke zudem entlang Radwege ehemaliger Bahntrassen.

An-und Abfahrt Tourenbeschreibung Varianten GPS-Track

An- und Abfahrt:

Sowohl der Start (Villach) als auch das Ziel (Trieste) sind gut mit dem Zug zu erreichen. Trieste ist jedoch fast nicht an den Fernverkehr angeschlossen, weshalb üblicherweise ein Regionalzug bis Udine oder Trieste genommen werden muss. Alternativ gibt es auch Fähren von Istrien nach Venedig (siehe auch hier).

Tourenbeschreibung:

Ab Villach ging es zuerst entlang des Via Alpe Adria Radwegs bis zum ehemaligem Bahnhof von Tarvisio. Hier biegt ein weiterer Bahntrassenradweg nach Slowenien ab und führt gemächlich bis nach Krnajska Gora. Ab dort folgte ich der Vrsic Passstraße, die sich von etwa 900 auf 1600 Meter hinauf schlängelt. Es geht in die wunderbare Wildnis des Triglav Massivs mit wunderschönen Ausblicken und nur wenig Verkehr. Auch mit Gepäck ist der Pass gut fahrbar und hat nur wenige steile Stellen, eine gute Grundkondition sollte aber vorhanden sein.

Von der Passhöhe folgt eine rasante Abfahrt, bei der man aufgrund der teilweise sehr engen Kurven frühzeitig bremsen sollte. Auf etwas 600 Höhenmetern endet die Passstraße, hier gibt es die Möglichkeit die Soca-Quelle zu besichtigen.

Ab dort folgt die Straße dem Verlauf der Soca, die sich langsam vom rasantem Gebirgsfluss zu einem großen, langsam fließenden Strom entwickelt. Dabei geht es fast die gesamte Zeit gemächlich bergab. Teilweise fuhr ich entlang der Hauptstraße, teilweise auf schönen Nebenstraßen, die jedoch nicht immer asphaltiert sind. Je nach Rad sollte man vorsichtig sein, insbesondere hinter Gorenji Log fuhr ich auf einem kurzen Stück wo das Rad getragen/geschoben werden muss. Entlang der Hauptstraße kann man diesen Teil jedoch problemlos umfahren.

Ab Kanal ob Soči beginnt schließlich ein richtig ausgebauter Radweg, der mich bis nach Gorizia brachte. Dort überquerte ich das letzte Mal die Soca und es ging zügig weiter in Richtung Meer. Nach einem Zwischenstopp in Trieste folgte ich dem Rosandratal-Radweg (auch bekannt als la pista ciclopedonale Giordano Cottur) der wieder direkte nach Slowenien führt. Entlang der ehemaligen Bahntrasse geht es durch Tunnel und über Brücken langsam aber sicher von Meereshöhe bis auf etwa 500 Meter in das slowenische Karst. Es gibt irre Ausblicke in das Rosandra Tal, leider ist der Weg aber nur zu einem kleinen Teil asphaltiert und das Fahren über den groben Schotter kostet mit dem Reiserad viel Kraft und Zeit. Der Radweg selbst endet kurz hinter der slowenischen Grenze.

Ab dort war mein ursprünglicher Plan Istrien einmal zu durchqueren und bis Labin zu fahren. Von dort wollte ich entlang der Küste über Pula und Co wieder bis Trieste fahren. Aufgrund der starken Regenfälle an dem Tag endete die Etappe allerdings bereits in Buzet und nicht in Labin. Dabei folgte ich ständig kleinen Nebenstraßen, die nicht immer asphaltiert waren. Es ging durch wunderschöne Natur und unwirkliche Dörfer.

Da ich für die Tour insgesamt viel zu knapp kalkuliert hatte, musste ich ab Buzet umplanen. Daher fuhr ich am nächsten Tag weiter von Buzet nach Motovun und Pazin. Insbesondere Motovun ist sehr empfehlenswert, der Anstieg in die Altstadt ist zwar anstrengend, aber lohnenswert. Die Strecke bis Pazin führt stellenweise entlang stärker befahrenen Straßen (insbesondere der D66). Von kurz hinter Pazin bis nach Porec geht es zum Großteil wieder entlang schöner Nebenstraßen. Anfangs noch leicht aufwärts, später immer langsam bergab bis zum Meer.

Entlang des weiteren Stücks von Porec entlang der Küste bis zur slowenische Grenzen liegen zwar schöne Städte (Umag, Novigrad), für Radfahrer ist der Abschnitt aber nur minder spannend. Hier muss man fast ständig der Küstenstraße mit viel Verkehr folgen.

Ab der slowenische Grenze traf ich schließlich auf den Parenzana Radweg, der hier durchgehend asphaltiert und sehr schön zu fahren ist. Es geht immer am Meer entlang, zunächst durch Salinen und später an Portoroz (Abstecher nach Piran empfehlenswert) und Izola vorbei. Der Weg schlängelt sich durch wunderschöne grüne Landschaften und bald erreichte ich Koper.

Ab Koper ging es wieder zurück nach Trieste, auch hier folgte ich zunächst dem Parenzana Radweg, der allerdings kurz vor Muggia endet. Ich empfehlen ausdrücklich von hier die Fähre bis nach Trieste zu nehmen, da der Radweg hier ständig über dicht befahrene Straßen führt und absolut keinen Spaß macht. Die Fähre kostet (Stand 2019) 4,25 € pro Person und ein Fahrrad 0,85€. Der Fahrplan kann online eingesehen werden (englisch).

Varianten und Möglichkeiten zur Weiterreise:

Ursprünglich hatte ich geplant auch Pula und Co. mit in meine Tour einzubeziehen, hier war mir jedoch die Zeit ausgegangen. Wer genügend Zeit hat, kann die Strecke entsprechend ergänzen. Zur Weiterreisen bieten sich ansonsten die kroatischen Inseln sehr an (siehe meine Adriatour).

Ab Trieste gäbe es zudem noch die Möglichkeit zunächst die Straße zurück bis Monfalcone zu fahren um von dort erst in Richtung Grado und später bis Venedig (siehe diese Tour) weiter zu fahren. In dieser Ecke gibt es eine ganze Reihe an Radwegen, die durch die wunderschöne Lagunenlandschaft führen (siehe auch diese Übersicht). Alternativ bietet sich natürlich auch an in Venedig zu starten und den Teil von Villach bis Trieste auszulassen. In diesem Fall erhält man die beliebte Strecke Venedig – Trieste – Porec (und weiter).

GPS Track:

Gesamtstrecke: 494.17 km
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