Radreise um die Adriaküste – Slowenien, Kroatien, Montenegro und Italien

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Dauer: Etwa 21 Tage

Diese Radreise führt entlang großer Teile der Adriaküste – durch Slowenien, Kroatien, Montenegro sowie Italien (Gargano).  Highlights der Tour war sicherlich das Inselhüpfen in Kroatien, die Fahrt durchs Velebit sowie die Bucht von Kotor sowie große Teile des Garganos.

Ich habe für meine Reise 21 Tage veranschlagt.  Je nach Zeit lässt sich die Tour beliebig erweitern (oder verkürzen) . Die Reisezeit war dabei im Mai/Juni 2017. Eindrücke von der Tour selber sind in meinem Blog zu finden.  Einige Impressionen bietet zudem folgendes Video:

Als Startpunkt habe ich Trieste gewählt. Ab München ist Trieste mit dem Zug (Eurocity bis Venedig + Nahverkehr) gut zu erreichen. Zudem bietet Trieste mit all seinen Cafes und Restaurants einen perfekten Startort für einige ruhige Stunden vor dem Start. Alternativ bietet sich auch der Start ab Rijeka an (internationaler Flughafen!).

Trieste selbst ist zunächst sehr wuselig, der Verkehr teils dicht. Auf nebenstraßen konnte ich die Stadt schnell hinter mich lassen, dabei geht es jedoch auch zügig bergauf. Relativ zügig überquerte ich die erste Grenze – Slowenien. Auf Nebenstraßen und Feldwegen folgte schließlich die kroatische Grenze. Passkontrollen sind hier (Stand 2017) obligatorisch, da Kroatien nicht Mitglied im Schengenraum ist.  Da der Grenzübertritt an einem sehr kleinem Übergang erfolgte, schien das Personal kurz verwundert, der Grenzübertritt war aber kein Problem.

In Kroatien angekommen gab es das erste Highlight der Radreise. Auf einer einsamen Nebenstraße ging es durch herrliche Hügellandschaften, grüne Wiesen, Bäume – ein Traum! Vorbei an kleinen Siedlungen (Vodice) stieg die Straße langsam weiter an, bis bei Kilometer 40 der höchste Punkt (~ 800 hm) erreicht war. Ab jetzt ging es zunächst gemächlich bergab.

Je näher Rijeka kam, desto zügiger wurden die Abfahrten. Der Verkehr und die Siedlungsdichte nahmen aber auch wieder deutlich zu. Ab ungefähr Opatija folgte ich der D66, die leider stark befahren ist. Zum Fährhafen bei Brestova ist die aber die einzige direkte Option.

Ab Brestova fährt die Fähre wenige Minuten nach Porozina (Cres). Die Fahrradmitnahme ist kein Problem, allerdings sollte man vorab grundsätzlich die Fahrzeiten der Fähre checken um längere Wartezeiten an den Fährhafen zu vermeiden. In Cres erwartet mich schließlich eine komplett andere Welt.

Zunächst geht es ab Porozina direkt mächtig bergauf. Etwa 400 hm lagen hier vor mir, gespickt mit einigem zusätzlichem Auf- und Ab. Die Landschaft war eindrucksvoll, rau, karg, struppig – hier und da ein paar Schafe sowie große Mengen von blühendem Salbei. Die Straße selbst ist sehr eng, Verkehr ist aber fast Fehlanzeige. So ging die Strecke, inklusive der später rasanten Abfahrt nach Cres, wie im Flug.

Von Cres nahm ich die Fähre von Merag nach Valbiska mit dem Ziel Krk zügig zu durchqueren und meine Radtour nach Überquerung der Krčki most auf dem Festland fortzusetzen. Die Fahrt durch Krk war zunächst wenig spektakulär, im Vergleich zu Cres nimmt der verkehr jedoch deutlich zu. Gegen Mittag setzten aber, teils heftige, Regenfälle ein (im übrigen der einzige Regentag während meiner Radtour). Bei Wind und Regen war die Überquerung der Krčki most alles andere als ein lustiges Unterfangen, insbesondere da die Straße hier sehr eng ist.

Auf dem Festland fuhr ich ab jetzt auf der D8 (Jadranska Magistrala) weiter. Auf diesem Stück war jedoch, auch zur Nebensaison, viel Verkehr. Insbesondere der Schwerlastverkehr macht einem bei Regen zu schaffen, so dass ich die Tagestour früher abbrach als geplant (in Selce). Wer eine ähnliche Tour plant, sollte vlt. die Fährverbindung von Krk nach Lopar (Rab) in Betracht ziehen – verpasst dann jedoch einen wilden Ritt durch das Velebit.

Bei wieder gutem Wetter setzte ich meine Fahrt am nächsten Tag mit dem Ziel Novalja (Pag) fort.  Ich folgte weiter der D8, welche (bei gutem Wetter) relativ gut zu fahren war. Etwas Schwerlastverkehr, aber ansonsten vor allem Deutsche Kennzeichen (jedoch teils mit Wohn-wagen/mobilen) sowie Motorradfahrer. Das erste Stück der Küste bis Senj war eher unspektakulär. Hinter Senj führt die Straße dann aber langsam aufwärts ins Velebit. Das Stück war ein Highlight, zunächst geht es gut bergauf, später immer mal wieder zügig bergauf- und bergab. Die Landschaft ist dabei felsig, rau, aber trotzdem Grün und bietet spektakulär Blicke auf die vorgelagerten Inseln.

Wieder mit der Fähre setzte ich ab Prizna (spektakuläre Abfahrt!) nach Pag über. Auf der Ostseite glaubt man zunächst in einer anderen Welt zu sein. Durch Bora und Abholzung geprägt geht es durch eine karge Marslandschaft. Beeindruckend!

Am nächsten Morgen setzte ich meine Tour entlang Pag fort um von dort wieder auf das Festland zu stoßen. Kräftige Fallwinde aus dem Velebitgebirge sorgten jedoch für mächtigen Gegen- und Seitenwind. Landschaftlich sehr abwechslungsreich ging es mal auf Nebenstraßen durch die grüne Natur, dann entlang der Hauptstraße vorbei am Meer und Gesteinswüsten. Das Stück auf dem Festland nach Zadar war eher unspektakulär.

Das am nächsten Tag anstehende Stück von Zadar bis nach Vodice war sehr unspektakulär. Es geht entlang der D8 durch eher flaches Gelände. Immer wieder tauchen neue gebaute Straßenabschnitte auf.  Alte Abschnitte wurden links liegen gelassen und bieten vereinzelt schöne Möglichkeiten Stücke fahren zu können ohne auf den verkehr achten zu müssen.

Von Vodice aus habe ich mich entschlossen einen kleinen Schwenk ins Inland zu fahren um den Krka Nationalpark einen Besuch abzustatten. Ein Besuch der sich auf jeden Fall lohnt, allerdings sollte mindestens ein halber, besser ein ganzer Tag eingeplant werden. Für den Stop habe ich mir den Campingplatz Krka herausgesucht, den ich nur empfehlen kann. Per Rad sind es etwa 10 Minuten zum Eingang des Nationalparks, dazu gibt es ein gutes Restaurant und eine sehr freundliche, familiäre Atmosphäre.

Vom Krka setzte ich meine Reise am nächsten Tag nach Split fort (etwa 100 km). Das erste Stück bis Sibenik war zügig erledigt, da es größtenteils bergab geht. Hier nahm der Verkehr leider nochmal deutlich zu. Im weiteren Verlauf der Tagestour besserte sich dies aber wieder. Im flachen Gelände schlängelt sich die D8 entlang der Küste, Blicke auf kristallklares Wasser in irren Farben, Buchten und Inseln bestimmen das Bild. Eine längere Pause habe ich schließlich in Primosten eingelegt, die Altstadt liegt auf einer Insel mitten im Meer und ist ein Besuch wert!

Kurz hinter Primosten entfernt sich die Straße vom Meer. Es geht wieder leicht bergauf, vorbei an alten Olivenbäumen, Weinreben und Co. Zügig erreicht man von hier, inklusive einer kurzen Abfahrt, Trogir. Die ersten Blicke die man von hier auf Split erlangt sind weniger schön und dominiert von Hochhäusern. Spätestens ab Trogir nimmt auch der Verkehr wieder deutlich zu. Insbesondere die Zufahrt direkt nach Split macht mit dem Rad wenig Freude. Hier heißt es Augen zu und durch! Der Besuch von Split lohnt aber jeden Fall!

Von Split aus habe ich mit meinem Rad die Fähre nach Brac genommen. Die Fähren legen unweit der Altstadt ab, wie gehabt ist die Radmitnahme kein Problem. Da Brac die höchste Insel Kroatiens ist, warten hier mächtig Höhenmeter. Ab Supetar ging es zunächst langsam, dann immer mächtiger bergauf. Zunächst geht es durch Nadelwälder, dann durch Oliven- und Feigenbäume und später durch den „üblichen“ Gras, Kräuter- und Laubbaummix, durchsetzt von Ziegenherden. Verglichen z. B. mit Cres ist Brac deutlich weniger felsig. Es überwiegt Kulturlandschaft vor allem in Form von Olivenbäumen und Weinreben. Bis Nerezisca ist dabei relativ viel verkehr (und die Straßen teilweise eng). Ab Nerezisca macht das fahren dann deutlich mehr Spaß.

Das Highlight der Route war dabei die Abfahrt hinunter nach Bol. Auf einer wunderschönen Panoramastraße gibt es irre Blicke auf das Meer und Hvar. Hinter Bol bin ich auf den Campingplatz Aloa gestoßen. Er liegt zwar etwas abseits, ist aber eine wunderschöne Oase der Erholung und der perfekte Platz um einen Tag in Ruhe am Meer zu liegen.

Von Brac ging es per Fähre von Sumartin wieder aufs Festland (Makaraska).  Auf Brac sind dabei nochmal einige Höhenmeter zurückzulegen, bevor auf der Abfahrt nach Sumartin immer wieder schöne Blicke auf das Biokovo Gebirge für die Mühe belohnen. In Makaraska angekommen wird die Dimension des Biokovo Gebirges klar. Wie eine Wand erhebt sich der Fels wenige Kilometer vom Meer entfernt. Wer will kann sein sportliches Können noch mit einer Tour auf den Sveti Jure unter Beweis stellen. Ich folgte aber direkt der D8 entlang der Makarska Riviera. Auf der schmalen Landzunge zwischen Biokovogebirge und Meer geht es immer leicht bergauf, bergab. Ständige Blicke auf den imposanten Fels und schöne Buchten. den nächsten Zwischenstopp machte ich in Zaostrog.

Der nächste Tag meiner Radreise brachte mich nach Slano. Zunächst folgte ich wieder der D8 entlang der Makarska-Riviera, bevor es etwas ins Landesinnere geht. Hier liegen Bacina-Seen eingebettet in einer grünen Landschaft welche an die Toskana erinnert. Kurze zeit später, bei Ploce, nimmt der Verkehr sehr stark zu. Hier endet die Autobahn E65 und sämtlicher Transitverkehr nach Dubrovnik wird auf der D8 geführt.

So geht es, bei viel Verkehr, durch das grüne Neretva Delta und den Neum-Sektor, eine absolute Kuriosität über welche ich mich im passenden Blog-Artikel bereits ausgelassen habe. Für zukünftige Touren würde ich eine Überfahrt von Ploce nach Trpanj in Erwägung ziehen um dem Verkehr etwas zu entkommen. Hinter Neum geht es immer wieder bergauf- und bergab. Das bewohnbare Land zwischen Gebirge und Meer ist begrenzt. Vereinzelt gibt es aber schöne Buchten, so auch in Slano wo teilweise zerstörte Gebäude wohl noch Zeitzeugen des Jugoslawienkriegs sind.

Von Slano aus war es nur noch ein kurzer, aber wilder, Ritt nach Dubrovnik bzw. direkt an Dubrovnik vorbei. Ich habe mich damals entschieden nicht direkt in Dubrovnik, sondern in Cavtat unterzukommen. Von dort ist Dubrovnik bequem per Bus zu erreichen. Das letzte Stück von Slano bis Dubrovnik folgte ich auf dem Rad weiter der Magistrale (D8) welche sich auf der dünnen, felsigen Landzunge ständig bergauf- und bergab schlängelt. Die Straße ist hier relativ eng, der Verkehr hielt sich aber zunächst noch in Grenzen.

Erst bei Dubrovnik nahm der Verkehr wieder deutlich zu. Nach Cavtat folgte ich dabei der D8, welche oberhalb von Dubrovnik geführt wird. Erst gibt es einen steilen Aufstieg, später eine rasante Abfahrt bei viel Verkehr auf der engen Straße und teils steil abfallendem Gelände rechts von der Straße (bewegte Bilder sind im Video oben am ende zu sehen). Wer sich hier, gerade mit Gepäck auf dem Rad,  nicht wirklich sicher fühlt sollte die Variante direkt durch Dubrovnik wählen. die Altstadt von Dubrovnik selbst ist aber sicherlich einzigartig, ausreichend Zeit (min. 1 Tag) für einen Besuch sollte auf alle Fälle eingeplant werden.

Nach einem Tag Pause setzte ich meine Radreise in Richtung Montenegro fort. Die ersten Kilometer hinter Cavtat folgte ich der D8, vorbei am Flughafen, bis ich schließlich auf Nebenstraßen in Richtung Montenegro gerollt bin.  Das Gebirge tritt hier nochmal etwas zurück, so dass es eine breite  Landzunge zwischen Meer und Gebirge gibt, welche sehr grün und fruchtbar ist.  Der Grenzübertritt erfolgte an einem kleinem Nebenübergang hinter Vitaljina und war absolut unproblematisch.

Ab dort ging es zügig bergab nach Herceg Novi. Zunächst radelte ich entlang der Strandpromenade, später folgte ich wieder der Magistrale (hier jetzt E65) . Diese schlängelt sich entlang der gesamten Bucht, direkt nach Kotor. Ungefähr bei Jošice eröffnen sich dabei die ersten Blicke auf die Bucht von Kotor – atemberaubend. Auch wenn es teilweise viel verkehr gibt bietet die Strecke immer wieder neue Blicke auf Perast und Kotor.

Am nächsten Morgen führte meine Tour mich von Kotor bis kurz hinter Petrovac, wo ich einen sehr schönen Campingplatz gefunden habe. Kotor habe ich auf einer Nebenstraße verlassen, welche zwar einige zusätzliche Höhenmeter mit sich bringt, dafür aber sehr schöne Blicke auf die Bucht von Kotor bietet.

Nach einer Abfahrt in Richtung Tivat folgte ich wieder der Hauptverkehrsader (E80). Mangels parallel verlaufender Autobahnen  ist die Verkehrsdichte teilweise sehr hoch. Die Straße ist allerdings wieder deutlich breiter als in Kroatien, teilweise zweispurig. Mit Ausnahme einer (deutscher)  Wohnwagen wurde mir stets ausreichend Platz auf der Straße gelassen. Die tollen Blicke auf die wilde, bergige Landschaft belohnen für all die Mühen.

Von Petrovac bis Bar folgten am nächsten Tag nur noch einige Kilometer Küstenstraße. Von bar habe ich die Fähre zurück nach Bari genommen. Diese Verbindung wird seit kurzem durch Jadrolinija angeboten. Die Fahrt ist jedoch nicht täglich, das sollte vorab berücksichtigt werden. Alternativ kann man die Tour bis nach Durres (Albanien) fortsetzen und von dort per Fähre (bspw. nach Ancona) übersetzen. Ich habe mich für die Variante von Bar entschieden, da ich noch einige Tage im Gargano verbringen wollte.

Wie gehabt war die Aus- und Einreise sowie der Transport des Fahrrads in der Fähre kein Problem, allerdings hatte mich, wie bereits im Blog beschrieben, auf der italienischen Seite nur die Zeit im Gargano wirklich überzeugt. Insbesondere in der Nähe von Bari überwiegt Verkehr, Müll und kaputte Straßen. Zwar gibt es vereinzelt Radwege, aber die muss man wirklich suchen. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch schon kurz hinter Bari womit die italienische Adria punkten kann, kilometerweite Sandstrände.

Die drei Tage mit dem Fahrrad im Gargano haben am ende aber nochmal richtig Spaß gemacht. Ich habe dabei Gargano einmal komplett umrundet. Es geht zwar häufig bergauf- und bergab, dafür gibt es viele verkehrsarme Nebenstraßen und wunderschöne Buchten sowie verrückte Felsformationen am Strand.

Das Problem am Gargano ist jedoch, dass er per Zug schlecht zu erreichen ist. Ich habe daher meine Tour noch etwa 100 km weiter in Richtung Norden fortgesetzt und bin meine Tour schließlich in Vasto beendet. Ab hier kommt man mit dem Nahverkehr problemlos bis Bologna, von wo aus ich mit einem Eurocity zurück nach Deutschland gefahren bin.

Auf ein umfassendes Resümee zur Tour verzichte ich hier und verweise anstelle dessen auf meinen passenden Blogeintrag.

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