Mit Zug und Fahrrad von München an den Bodensee? Besser nicht!

Nun, dass der Bodensee eine sehr beliebte Region zum Radfahren ist, ist wohl hinlänglich bekannt. Knapp 270 km ist der Weg um den See lang und eigentlich überall bestens ausgebaut. Hinzu bietet der Bodenseeradweg Anschlussmöglichkeiten an viele weiter Radwege.

Bekannt ist auch, dass der Bodensee nur knappe drei Stunden mit dem Zug von der Metroploregion München entfernt ist. Da bietet es sich sogar an, einmal nur für eine ausgedehnte Tagestour oder aber für eine kurze Wochenendtour das Rad mit zum Bodensee zu fahren, am besten natürlich mit dem Zug.

Leider haben die DB sowie die zuständigen Eisbahngesellschaften welche die Regionalzugverbindungen vergeben bzw. ausschreiben dies bislang nicht wirklich mitbekommen. Zwischen München und Lindau zuckeln noch immer alte Dieseltriebwagen durch die Gegend. Dies liegt natürlich auch daran, dass die Strecke noch nicht elektrifiziert ist. Aber die Treibwagen bieten auch nur wenig Platz für Fahrräder, zudem ist der Einstieg mit Rädern besonders unpraktisch, da drei steile Stufen zu überwinden sind.

Auf Kapazitätsengpässe wird hingewiesen

Die Bahn weist zwar darauf hin, dass es zu Kapazitätsengpässen bei der Fahrradmitnahme kommen kann und zwar sowohl bei der Buchungsauskunft als auch in einem entsprechendem PDF. Aber was hilft diese Information? Im wesentlichen führt sie zu Verunsicherungen. Gerade bei den teilweise klaffenden Taktlücken (eine Verbindung nur alle 2 Stunden) werden sich viele dreimal überlegen, ob sie auf den Zug setzen möchten oder ob am Ende nicht doch der PKW bevorzugt wird. Immerhin verweist das PDF auf einen Rad-Wanderzug zwischen Lindau und München, welcher einmal Morgens und Abends fährt. Aber auch da sind Kapazitätsengpässe natürlich vorprogrammiert.

Persönlich musste ich das erst auf meiner Genuatour erfahren. Obwohl ich absichtlich Samstags Nachmittags in München gestartet bin, war der Zug komplett überfüllt und es war keine Fahrradmitnahme möglich. Ursache hierfür: Es fuhr nur einer anstelle von zwei Triebwagen. Ein Fahrgast dem es ebenso ging wartete bereits seit einigen Stunden in München Pasing, da auch die Züge davor überfüllt waren.

Wieder einmal zeigt sich, das Multi-Modale-Verkehrsketten aber auch ein Umstieg vom motorisierten Individualverkehr hin zu klimafreundlichen Alternativen nur dann funktionieren kann, wenn in erster Instanz einmal ausreichende Kapazitäten und ein dichter Takt im Schienenverkehr organisiert werden. Beides ist auf der Strecke München – Lindau nicht gegeben.