Über Grimsel-, Furka- und Gotthardpass zum Comer See

Zügig ging es für mich vom Grimselpass dann wieder hinunter, wobei sich mit dem Furkapass gleich der nächste Anstieg bereits während der Abfahrt zeigt. Von knapp 1800 Höhenmetern ging es noch einmal auf etwa 2400 Höhenmeter bergauf. Nach dem Grimsel in den Beinen war das nicht mehr ganz so leicht, und es fiel mir zunehmend schwer, die Umgebung wirklich zu genießen.

Nach einer Nacht in Hospental war ich am nächsten Morgen wieder fit, und es sollte weiter über den Gotthardpass in Richtung Süden gehen. Das erste Stück entlang der Gotthardpassstraße war dabei sehr nervig. Es gab viel Verkehr, und die Autofahrer:innen nahmen auf die ebenfalls vielen Radfahrer:innen kaum Rücksicht. Immer wieder kam es zu engen und gefährlichen Überholmanövern. So ging es von Hospental knappe 400 Höhenmeter möglichst schnell bergauf. Ab dort konnte ich auf die alte Passstraße ausweichen, sodass ihr auf Kopfsteinpflaster relativ entspannt die letzten gut 300 Höhenmeter hinter euch bringen könnt.

Hinter der Passhöhe wartet mit der alten Tremola-Straße schließlich eine wunderschöne Abfahrt, weit weg vom vielen Verkehr auf der Gotthardstraße. Bis Bellinzona verliert ihr nun wieder fast 1900 Höhenmeter. Der Radweg ist dabei überwiegend abseits des Verkehrs geführt. Mit den beiden Touren der Vortage in den Beinen wurde es dann aber trotzdem ein langer Tag.

Über Nacht war das Wetter leider von schönem Sonnenschein in Regen übergegangen, sodass es am nächsten Morgen zunächst relativ nass und kalt war. Ich hatte vor, von Bellinzona nach Lugano, vorbei am Luganersee bis zum Lago di Como zu fahren. Beim Anstieg auf den Monte Ceneri zwischen Bellinzona und Lugano zweifelte ich daran jedoch kurz, da der Anstieg recht steil war und die Straße wenig angenehm zu fahren ist. Die Blicke auf den Luganersee und den Comer See waren jedoch sehr schön.

Gerade am Luganersee gab es auch fantastische Möglichkeiten, schwimmen zu gehen, zum Beispiel auf italienischer Seite bei San Mamete. Generell war der Abschnitt auf der italienischen Seite des Luganersees größtenteils sehr angenehm zu fahren, und vor allem die Abschnitte abseits der SS340 waren wunderschön. Auf Schweizer Seite hingegen war es stellenweise doch sehr unangenehm. Gerade der Tunnel kurz vor der italienischen Grenze war ein absolutes Lowlight der Tour, da dort viel Verkehr herrschte. Persönlich kann ich diesen Teil der Route daher nur eingeschränkt empfehlen.

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