Von Korçë führte die Route auf die SH75 Richtung Süden. Entgegen aller Schreckensberichte im Internet ist die Straße inzwischen gut asphaltiert. Bald war der Verkehr verschwunden, und wir fuhr fast allein durch weite Hochflächen, an Schafherden vorbei und durch Dörfer, in denen die Zeit stillzustehen schien. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und wunderschön. Unterwegs machten wir eine Mittagspause in einem kleinen Agrotourismus-Hof und stärkten uns, da auf dem Stück doch einige Höhenmeter vor uns lagen. Pause machte wir schließlich in einem kleinen Hotel, mitten im Nirgendwo, von wo aus es am nächsten Morgen weiterging. Einige Höhenmeter lagen noch vor uns, dann ging es sehr viel bergab. Zunächst nur ein kurzes Stück bin nach Leskovik, dann eine wunderbare, lange Abfahrt runter zum Vjosa-Tal.








Die Abfahrt sowie die Fahrt durch das Vjosa-Tal zählte sicherlich zu einem der Highlights der Tour. Immer wieder gibt es schöne Blick auf die Vjosa. In Përmet machten wir schließlich etwas länger Pause um die Thermalquellen von Benjë zu besuchen sowie die umliegende Gegend zu erkunden und das Leben im Ort ein bisschen zu genießen. Die Thermalquellen waren, trotz Nebensaison, gut besucht. Zugleich fanden hier Bauarbeiten für einen neuen, deutlich größeren Parkplatz statt. Entsprechend ist davon auszugehen, dass es zukünftig noch deutlich voller wird. Wir würden empfehlen entweder wirklich früh morgens oder spät am Abend die Quellen zu besuchen, wenn Tagesgäste und insbesondere die Reisebusse nicht anzutreffen sind.
Die nächste Etappe führte durch die Vjosa-Schlucht bei Këlcyra, ein landschaftliches Highlight: steile Felswände, tief unten der wilde Fluss. Es ging noch einige weitere Zeit entlang der Vjosa, bis sich unser Weg wieder trennte und wir der SH4 in Richtung Gjirokastër folgten. Die Stadt ist auch bekannt als die Stadt der tausend Stufen und sollte auch auf keiner Albanienreise fehlen. Der Kontrast zu Zentralalbanien ist zwar groß, dort spielte Tourismus nur wenig Rolle, hier in Gjirokastër ist es doch deutlich touristischer. Das Rad solltet ihr lieber am Fuße der Altstadt stehen lassen, und die engen Gassen sowie die schöne Burg in der Altstadt lieber zu Fuß zu erkunden.









Die letzte große Herausforderung war der Pass Qafa e Muzinës. Der Anstieg war aber gut zu fahren, es gab schöne Blicke auf die umgebende Landschaft und zu unserer Überraschung warteten am Gipfel eine Gruppe Pferde, die Schatten in einer verlassenen Tankstelle suchten. Die Abfahrt führte hinunter zum berühmten „Blauen Auge“. Diese Karstquelle schimmert in allen Schattierungen von Türkis und ist so tief, dass man ihren Grund nicht sehen kann. Zwar ist der Ort inzwischen touristisch stark erschlossen, ein Besuch lohnt sich aber in jedem Fall. Gegen eine kleine Gebühr dürft ihr auch eure eigenen Fahrräder für die etwa 2 Kilometer vom Parkplatz zur Quelle zu nutzen. Alternativ könnt ihr das Stück zu Fuß gehen, einen kleinen „Touristenzug“ nutzen oder E-Roller leihen.
