Dann kam der Wind

Tachostand: 366 (+73)
Höhenmeter: 3100 (+250)

Von Novalja ging es heute bis zur Südspitze von Pag und weiter nach Zadar. Pag ist vergleichsweise flach, so ging es zunächst immer wieder leicht bergauf und bergab. Bereits kurz hinter Novalja kamen die ersten starken Windböen vom Velbit Gebirge aus. Insbesondere auf den höheren Abschnitten pfiff der Wind mächtig von allen Seiten (nur natürlich nicht von hinten). Teilweise war die Kontrolle des Rads schwer, da möchte ich hier nicht bei ausgeprägten Borawinden sein. Auf einer Nebenstraße, die schnell zum Feldweg mutierte, ging es nach Pag Stadt, immer gen Süden.

Hinter Pag Stadt führt die Strecke zunächst an Salinen vorbei. Später ging es über Wiesen und vorbei am Meer. Der südliche Zipfel von Pag ist wieder sehr kahl und schroff, das Velbit Gebirge im Hintergrund sorgt für eine ständige Dramaturgie der Landschaft.
Auf dem Festland angekommen sind die letzten 25 km gen Westen nach Zadar wenig spektakulär. Es geht immer wieder leicht auf und ab, vorbei an spärlichem Wald und Wiesen. Der Wind aus dem Landesinneren hat nachgelassen, dafür gibt es nun kräftigen Wind vom Meer, dabei hatte ich auf Rückenwind gehofft.

Landschaften²

Tachostand: 293 (+96)
Höhenmeter: 2850 (+600)

Gut, dass ich nicht gezeltet habe. Gestern Abend kam nochmal eine kräftige Gewitterzelle. Diese Nacht hat irgendwann ein sehr starker Sturm eingesetzt, aber danach waren die Wolken wenigstens Geschichte.

So ging es heute bei Sonnenschein auf die D8. Nach den Kilometern auf der D8 gestern war ich ja skeptisch ob sie was für Radfahrer ist. Aber zu dieser Jahreszeit ist sie doch relativ gut zu fahren, es gibt nur wenig Schwerlastverkehr, dafür ca. 30% Wohnwagen. Kroaten sind in der Minderheit, es überwiegen deutsche Kennzeichen. Natürlich dürfen auch Motorradfahrer nicht fehlen, welche wohl Nationalpark und Nürburgring verwechselt haben.

Bis Senj war die Fahrt wenig spektakulär, die Strecke ist relativ flach, folgt ständig direkt dem Küstenverlauf. Hier und da hängen Ziegen in den steilen Felswänden. Immer wieder gibt es schöne Blicke auf Krk und schöne Buchten. Das Wasser ist überall glasklar.

Hinter Senj ging es wieder bergauf, die Vorläufer des Velbit bahnen sich an. Die Landschaft spektakulär, es ist felsig und rau, eigentlich lebensfeindlich. Dennoch ist es grün – kleine Laubbäume, Gras, Wildkräuter und diverses blühendes Gewächs. Die Straße entfernt sich deutlich vom Meer, dank der Höhenmeter gibt es aber immer wieder eindrucksvolle Blicke auf sie Kvarner Bucht.

Nach einer rasanten Abfahrt habe ich gerade noch die Fähre nach Pag bekommen. Auf der dem Landesinneren zugewandten Seite hat man zunächst das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Schroffer Fels, kaum grün. Die Insel könnte Drehort diverser Marsfilme sein. Den Gipfel überwunden zeigt die dem Meer zugewandte Seite ihr grünes Gesicht. Der ständige Landschaftswandel auf so kurzer Strecke ist wirklich beeindruckend.