Weiter in Richtung Dubrovnik

Tachostand: 774 (+92)
Höhenmeter: 5850 (+650)

Das war nochmal ein Ritt in Richtung Dubrovnik. Es ging zunächst für etwa 10 km weiter entlang der Makaraska Riviera. Hinter Gradec führt die Straße weg vom Meer und erstmal aufwärts, es geht vorbei an den Bacina-Seen welche eingebettet in der hügeligen Landschaft liegen.

Die Abfahrt führt direkt nach Ploce und dem Neretva-Delta. Ploce selbst ist eine grässliche Hafenstadt. Da auch die Autobahn hier endet, nimmt der Verkehr in Richtung Dubrovnik deutlich zu. Neben dem üblichen Lastverkehr fallen vor allem einige Reisebusse mit polnischen Kennzeichen besonders negativ auf.

Es geht weiter durch das flache Flussdelta. Die Fläche wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Überall am Straßenrand wird Obst verkauft. Nach einigen Kilometern geht es wieder zurück in die Berge, es geht aufwärts vorbei an Weinreben.
In der folgenden Abfahrt öffnet sich plötzlich wieder der Blick auf das Meer, die vorgelagerten Inseln und Neum. Vor mir lag der Neum Korridor, eine absolute Absurdität. Neum gehört zu Bosnien-Herzegowina. Auf dem Festland wird Kroatien daher in zwei Teile aufgespalten, nördlich und südlich von Neum. Zwischen beiden Teilen gibt es auf dem Festland keine Verbindung auf kroatischem Hoheitsgebiet.

Noch absurder ist, dass Kroatien zur EU gehört, Bosnien-Herzegowina aber nicht. Somit ist die Grenze nach Neum eine EU-Ausengrenze. Auf 11 km reist man entsprechend aus der EU aus und wieder ein. Das gilt natürlich auch für den ganzen Warenverkehr.
Auf dem ganzen Stück ist Neum die größte Stadt. Es überwiegt wilde Natur, Fels und das Meer. Die Straße folgt größtenteils dem Küstenverlauf. Inzwischen hat sich der Verkehr zum Glück wieder etwas gelegt, dafür wird auf einem 5 km langem Stück auf der D8 gebaut. In Kroatien spielt Radverkehr eh keine große Rolle, das wird in Baustellen noch schlimmer, so wird die D8 teilweise zur staubigen Schotterpiste.

Ansonsten geht es immer wieder bergauf und bergab. Das Gebirge formte immer wieder kleine Buchten, allerdings auch nur mit kleine Siedlungen. So bin ich schließlich in Slano gelandet, dem ersten größeren Dorf nach Neum. Das Stadtbild wird geprägt durch das große Admiralhotel und die Marina. Jetzt zur Nebensaison ist es hier aber ruhig und es lässt sich gut in der schönen Bucht baden.

Bis Dubrovnik sind es jetzt noch etwa 40 km, dann geht es nach Montenegro.