Auf nach Porto Torres

Strecke: 631 km (+93 km)
Höhenmeter: 4750 m (+450 m)

Der Wetterbericht lag mächtig daneben, es war Sonne vorhergesagt aber dichte Wolken lagen über Alghero, die beim Radfahren aber nicht wirklich stören. Von dort ging es erstmal in Richtung Cappo Caccia. Die Zugangsstraße zum Cappo Caccia war dicht beparkt von Fahrzeugen, trotz Nebensaison. Da möchte ich nicht wissen wir es zur Saison aussieht.
Auf die Neptungrotte selbst habe ich verzichtet, einige Kilometer lagen noch vor mir, aber auch so lohnt der Besuch des Kaps aufgrund seiner Ausblicke auf alle Fälle.

Nach dem Tipp eines Radfahrers, den ich auf dem Campingplatz getroffen habe, bin ich Richtung Porto Torres nicht entlang der einfach ausgeschilderten Strecke, sondern über Nebenstraßen weiter westlich – es lohnte sich.
Nach dem Cappo Caccia wird die Landschaft zunächst wieder flach. Olivenbäume und Höfe sowie sonstige Felder überwiegen. Wenige Kilometer später wird es aber wieder hügelig. Anders als zuletzt aber nicht felsig, sondern grüne Wiesen mit vielen Nutztieren. Kilometer um Kilometer geht es bergauf und bergab. Erst in Richtung Meer fällt das Land wieder deutlich ab und gibt schöne Blicke auf das Meer frei. Am Horizont ist Korsika zu erkennen.
Die letzten 20 Kilometer bis Porto Torres waren wenig beeindruckend. Der Verkehr nimmt deutlich zu. Das aufregendste war eine Beinahekollision mit einer Schlange im Industriegebiet vor Porto Torres.

Das volle Panorama auf dem Weg nach Alghero

Strecke: 538 (+50 km)
Höhenmeter: 4400 m (+700 m)

Die SP49 (bzw. SP 105) von Bosa nach Alghero ist, nach dem Passo Genna Silana, wohl eine der eindrucksvollen Stecken die ich bislang gefahren bin.
Direkt hinter Bosa geht es erstmal steil bergauf, wobei es auch ganauso schnell wieder bergab geht. Die Landschaft ist felsig, aber grün. Die Straße folgt dem Küstenverlauf und gibt immer wieder Blicke auf schöne Buchten und Turmruinen frei. Erst nach einigen Kilometern folgt der eigentliche Anstieg auf die Passhöhe. Die Straße führt hier weiter weg vom Meer, es wird deutlich felsiger. Selbst Nutztiere sind in der Gegend kaum anzutreffen. Siedlungen sind sowieso Fehlanzeige.
Auf der Passhöhe gibt es dafür ideale Gelegenheit einige der Graugeier in der Luft zu sehen, welche die felsige Landschaft als Brutregion nutzen.
Ab der Passhöhe geht es zunächst steil bergab. Das Meer kommt wieder deutlich näher. Kurve um Kurve gibt es wieder neue, atemberaubende, Blicke. Schnell taucht auch das Capo Caccia am Horizont auf.
Bis Alghero ging es aber nicht, wie gehoft, einfach bergab. Stattdessen waren noch einige, teilweise knackige, Anstiege zu nehmen. Mit zunehmender Uhrzeit nahm auch die Anzahl an MotoradfahrerInnen wieder deutlich zu, von denen leider viele auf der Straße daneben benehmen.
Erst in Alghero selbst wird es wieder richtig flach. Die Stadt ist voll auf Tourismus eingestellt, kein Vergleich z. B. zu Bosa. Sieht man den weißen Sandstrand vor den Toren der Stadt sieht, weiß warum die kommen.

Immer weiter gen Norden

Strecke: 478 (+90 km)
Höhenmeter: 3700 m (+600 m)

Heute ging es von Torregrande bis nach Bosa. Der Tag Pause tat sichtlich gut und so radelt es sich gleich wieder deutlich leichter.
Torregrande liegt, wie Oristano, noch in der großen Ebene. Die Landschaft ist geprägt durch die vielen Lagunen, die neben vielen Mücken vor allem Platz für viele Vögel bieten. Insbesondere Flamingos sollen, mit Glück, in der Ecke anzutreffen sein.
In anbetracht der umgebenden Landschaft war der Abstecher auf die Sinis Halbinsel umso überraschender. Hier erwartet einen ein schöner Sandstrand eingebettet in Kreidefelsen.
Weiter ging es in Richtung Norden vorbei an Lagunen und Artischockenfeldern bis nach Torre del Pozzo.
Ab hier wird es langsam wieder hügeliger. Zunächst geht es von Bucht zu Bucht, ab Sant Catarina di Pittinuri geht es wieder bergauf. Bis Cuglieri sind etwa 450 hm zu erklimmen. Weder die Steigung, noch die Höhenmeter sind dabei das Problem, sondern die Streckenführung. Die Sarden kannten hier offenbar kein Erbarmen mit RadfahrernInnen. Langsam ansteigend ist die Straße geradeaus durch die Landschaft geführt. Nach dem gestrigen Wetterumschwung ist es dabei deutlich wärmer geworden. Der Asphalt flimmert, die Kehre in einigen Kilometern ist bereits zu sehen, will aber nicht näher kommen. So geht es km um km und erst kurz vor Cuglieri werden die letzten Höhenmeter in einigen Serpentinen zurückgelegt.

Cuglieri und die nachfolgenden Orte machen, zugegeben zur besten Siesta-Zeit, den Eindruck als hätten sie die besten Zeiten lange hinter sich. Es ist wie ausgestorben, viele Geschäfte stehen leer und viele Häuser sind arg renovierungsbedürftig.
Umso größer ist der Kontrast zu Bosa, wo ich nach der Abfahrt endlich ankomme. Der Ort gehört der Vereinigung i borghi più belli d’Italia an und bietet eine sehr schöne, wenn auch kurzweilige Innenstadt.
Morgen geht es ab hier, entlang einer schönen Panoramastraße nach Alghero. Da es nochmal wärmer werden soll, ist früh aufstehen Pflicht um die 40 km und 400 hm zügig zurück zulegen.

Die Sache mit dem Verkehr

Strecke: 388 (+45 km)
Höhenmeter: 3100 m (+100 m)

Hinter Siurgus Donigala ändert sich das Landschaftsbild deutlich. Es geht bergab, die Landschaft wird deutlich weitläufiger. Wiesen und Weizenfelder dominieren das Bild. Zudem gibt es sehr viele Schafherden die auf den Wiesen weiden.
Mit Kilometer um Kilometer in Richtung Westen wird es zunehmend flacher. Vereinzelt sind zwar einige Höhenmeter zu fahren, aber nur um danach noch weiter bergab zu fahren. Auch die Siedlungsdichte nimmt, im Vergleich zum schroffen Osten, deutlich zu.
Leider wehte gestern ein starker Nord-Westwind, der das Radfahren sehr mühsam machte. Wie sich hinter Sanluri herausstellen sollte, war dies aber das kleinere Problem.
Die Landschaft wird hier komplett flach, eine gigantische Ebene liegt hier, die sich von Cagliari bis Oristano erstreckt. Der Plan war es, die Ebene zu durchqueren (etwa 30 km) um dann durch die Ausläufer des Monte Linas die Costa Verde zu erreichen.
War auf den vorherigen Touren Verkehr Mangelware, war die geplante Strecke entlang der SS197 leider kaum zu fahren. Die Straße geht immer geradeaus durch die Ebene, es gibt viel Verkehr, das Tempo ist entsprechend hoch, für RadfahrerInnen gibt es entlang der Straße aber leider keinen Platz. Die Straße ist sehr eng geführt und bietet keinen Seitenstreifen. Autos und LKWs überholen mit einigen Zehner Zentimetern Abstand, was insbesondere bei dem böhigem Wind kein wirklicher Spaß ist.
Direkte Alternativstrecken gibt es in der Region leider nicht. Viele von den Wegen hätten lange Umwege bedeutet. Es gibt zwar ein dichtes Netz an landwirtschaftlichen Schotterpisten, dafür habe ich aber das falsche Rad.
Ich habe daher ab San Gavino den Zug bis Oristano genommen um von hier, nach einem Tag Pause, weiter entlang der Küste in Richtung Norden zu fahren.

Up and Down im Inland

Strecke: 343 km (+85 km)
Höhenmeter: 3000 m (+1200 m)

Das es im Inland Sardiniens hügelige zugeht war mir ja klar, aber das erinnert an einen Vengaboys Song – Up and Down.
Von Porto Corallo ging es heute bis nach Siurgus Donigala in der Nähe des Lago di Mulargia. Auf den gut 85 km war fast kein Teilstück ohne Steigung dabei. Entweder geht es bergauf oder bergab um bereits bei der Talfahrt zu sehen, wie die Straße an der gegenüberliegenden Hügelkette wieder ansteigt.
Zunächst folgte ich der SS387. Diese schlängelt sich anfangs durch die Landschaft, steigt aber langsam an. Die letzten etwa 10 km vor Balau verliert der Weg jedoch seinen Reiz. Die Straße führt hier vor allem über Brücken, zudem gibt es einige unbeleuchtete Tunnel. Der Verkehr ist dafür aber sehr gering. Man kann die Tunnel jedoch auch über einige Schotterwege umfahren.
Landschaftlich schließt das Stück an gestern an, überwiegend bewaldete Hügel, hin und wieder einige Olivenbäume und Weinreben.
Ab Balau wird es dann richtig hügelig. Gleichzeitig verändert sich die Landschaft, Felsen werden schroffer durchsetzt mit vielen Grasflächen die von Schafen und Rindern bewohnt werden. Zusätzlich fallen viele Weizenfelder auf.
So ging es auf und ab in Richtung Lago di Mulargia. Der Stausee taucht nach einer Hügelkette plötzlich wie aus dem Nichts auf und liegt etwas unwirklich in der Hügellandschaft.
Nach einem Besuch der Narughe Arrubiu ging es auf Nebenwegen weiter in Siurgus Donigala. Zentral Sardinien ist nur sehr spärlich bevölkert. Folglich sind es häufig mehrere 10 Kilometer bis zum nächsten Ort. Entsprechend war auch auf den Nebenwegen, außer Weidevieh, niemand anzutreffen. Ich glaubte lange nicht, dass die versprochene Straße tatsächlich existiert, bis eines der vielen Motorräder die Stille der Natur mit seinem herumgejaule zerreißt – offensichtlich war eine Straße in der Nähe. Ähnlich verhielt es sich auch mit Siurgus Donigala. Bis etwa 1 km vor dem Dorf glaubt man eigentlich nicht, dass hinter dem nächsten Kamm tatsächlich ein Dorf liegt.

Ab durch den Regen

Strecke: 258 km (+77 km)
Höhenmeter: 1800 m (+300 m)

Nachdem es bereits gestern Abend kurz geregnet hatte, zog heute ein großes Regengebiet über Sardinien. Kurz nach dem Frühstück fing es an zu regnen. Die Wettervorhersage sagte zunächst, dass der Regen gegen Mittag aufhören sollte. Ähnlich wie Verspätungsmitteilungen bei der DB wurde dies jedoch langsam nach hinten geschoben. Letztlich regnete es bis um etwas 17 Uhr.

Aufgrund des Regens wurde die Streck eher zur Nebensache. Es ging von Lotzorai bis nach Porto Corallo, immer weiter in Richtung Süden.
Zwischen Hügeln und Feldern taucht nur selten einmal ein Dorf auf. Die Straße führt dabei einige Kilometer, und insbesondere eine Hügelkette vom Meer entfernt. So überwiegt die wilde, grüne Landschaft. Die Wolken hängen dabei teilweise tief in den Hügeln.
Parallel zur SS125 führt eine neuere SS125var, welche zum Radfahren aber nur bedingt geeignet ist. Sie hat zwar weniger Höhenmeter, aber auch weniger Kurven und insbesondere einige Tunnel und dient insbesondere als Rennstrecke für alle die es besonders eilig haben. Der Vorteil ist, dass hierdurch kaum mehr Verkehr entlang der SS125 vorhanden ist.

Porto Carallo ist einer dieser Orte die eigentlich nicht existieren, zumindest zur Nebensaison. Auf dem Campingplatz herrscht Stille (bzw. die Balzlaute diverser Tiere), geöffnet hat in dem „Ort“ genau eine Bar/Restaurant. Einen Supermarkt scheint es nicht zu geben und das nahe gelegen Feriendorf, das in den Hang gepflügt wurde, gleicht einer Geisterstadt.
Morgen geht es weg von der Ostküste ins Inland um möglichst zügig entlang der Westküste Richtung Norden zu fahren.

Höhenmeter durch die felsige und grüne Hölle

Strecke: 181 km (+95 km)
Höhenmeter: 1500 m (+1200 hm)

Die Tour über den Passo Genno Silana ist ein wahres Highlight. Direkt hinter Orosei steigt die Landschaft, und damit auch die SS125 langsam an. Zunächst geht es einige Kilometer durch ein Marmorbruchgebiet. Die Landschaft wirkt teilweise wie verwüstet.
Die ersten knapp 20 Kilometer bis Dorgali sind dabei eher Auftakt für den eigentlichen Anstieg. Die Steigung ist meistens nur gering. Es geht vor allem durch felsige Landschaft, aber auch Wiesen. Langsam, aber immer deutlicher zeichnet sich das Supramonte-Gebierge am Horizont ab.
Ab Dorgali wird der Anstieg erstmal steiler, aber gut fahrbar. Hier sind etwa 400 der 1000 hm geschafft. Die Landschaft wird nun felsig und stark zerklüftete. Teilweise sieht man deutlich, wie das Wasser dem Kalkstein zugesetzt hat. Dennoch bleibt genug Platz für Vegetation

Bei etwa 900hm wird der Anstieg deutlich flacher, hier folgt der Pass einem Hochplateu, welches teilweise dicht begrünt ist und zu dieser Jahreszeit in diversen Farben blüht. Vereinzelt stehen Ziegen in den steilen Hängen.
Von der Nordseite kommend ist der Pass nach etwa 40 km erklommen. Gestärkt mit einem Cappuccino ging es wieder bergab. Die Südseite ist deutlich steiler als die Nordseite, führt teilweise aber durch Galerien und hat einige kurze Gegenanstiege.
Das Gelände ist hier, zumindest auf dem ersten Teil weniger zerklüftet. Es breitet sich eine große, blühende Hochebene aus in der Schweine, Rinder und Schafe weiden. Im Vergleich zur Nordseite gibt es viel Wasser in Bächen und großen Lachen.
Mit insgesamt gut 95 km und 1200 hm hatte es die Tour zwar in sich, landschaftlich lohnenswert war sie auf jeden Fall.

Die ersten Kilometer sind geschafft

Strecke: 85 km
Höhenmeter: 300 m

Die Anreise war, trotz teilweise sehr kurzer Unstiegszeiten, soweit problemlos. Einzig Grimaldi Lines haben mit ihrem Chaos und schlecht ausgeschilderte Abfahrtsort für einigen Ärger gesorgt.

Da die Fähre bereits gegen 7:00 Uhr in Olbia angekommen ist, ging es bereits sehr früh los. Gestärkt mit einem Cappuccino und etwas Süßem folgte ich ab Olbia immer der SS125. Auf dem ersten Stück war noch etwas mehr Verkehr, schnell legte er sich aber. Die meiste Zeit ist kein Auto zu sehen und das Radfahren macht richtig Laune.

Die ersten 10 km machte Sardinien noch keinen wirklich atemberaubenden Eindruck, das legte sich aber schnell. Hier im Norden zeigt die Landschaft ständig wechselnde Gesichter. Mal karg und felsig mit einzelnen Kakteen, dann wieder grüne, teils blühende Wiesen mit Schafen und Rindern. Dabei ist die Landschaft angenehm hügelig, gibt aber immer wieder Blicke auf imposante Felsmassive preis. Die SS125 führt dabei immer etwas weg vom Meer, ein Abstecher lohnt aber und es warten Blicke auf wunderschöne Sand- und Felsstrände.

Wie gemalt schlängelt die Straße sich durch die Landschaft, an den vorhanden Hügel geht es dabei meist vorbei, so das auf dem ersten Stück bis Orosei nur wenige Höhenmeter zurückzulegen waren. Das wird sich morgen ändern. Mit dem Passo Genna Silana steht wohl eine der schwierigeren Etappen bevor.

Ein Resümee

Wie lassen sich die knapp 1300 Kilometer mit dem Fahrrad durch Kroatien, Montenegro, Italien und Co. zusammenfassen? Ein einzelnes Wort reicht dafür nicht.

Die kroatische Küste und Inseln sind sehr vielfältig, stellenweise gibt es mehrere unterschiedliche Landschaftsformen/arten an einem Tag zu bestaunen, rasante Abfahrten, steile Anstiege, schöne Ausblicke – dazu gesellt sich ständig das Wasser in allen möglichen Farben. Kroatien ist aber kein Land der Radfahrerer. Ausgebaute Radwege sind quasi Fehlanzeige, auch Radläden trifft man kaum an. Entsprechend ist man für Touren auf das Straßennetz angewiesen. Auf vielen Inseln ist häufig relativ wenig Verkehr und man kann ungestört radeln. Entlang der Küste ist die D8 aber leider die einzige wirkliche Option. Glücklicherweise herrscht auf großen Teilen der Magistrale zur Nebensaison nicht so viel Verkehr, da außerhalb der Ballungsräume vor allem touristischer Verkehr anzutreffen ist.

Gerade die vielen Wohnwagen bzw. Wohnmobile machen das Leben allerdings nicht leichter. Zudem sind teilweise sehr viele Motarradfahrer unterwegs die nicht nur ihr eigenes Leben gefährden, sondern auch das aller sonstiger Verkehrsteilnehmer. Letztlich gibt es auch unter der kroatischen Bevölkerung einen nicht kleinen Prozentsatz die sich gegenüber Radfahrern nicht wirklich rücksichtsvoll verhalten. Ungefährlich ist fahren entlang der Magistrale daher sicherlich nicht, wenn man weiß auf was man sich einlässt und selber vorsichtig ist, ist es zur Nebensaison aber gut zu machen und die Anstrengungen lohnt sich! Ein paar Inseln (damit zusätzlich Höhenmeter) sollte man auf alle Fälle einplanen. Der Transport ist auf den Autofähren vollkommen problemlos möglich.

Von Montenegro habe ich nur einen kleinen Küstenabschnitt erlebt. Die Bucht von Kotor ist eindrucksvoll und auf alle Fälle ein Besuch wert. Hier gibt es aber ebenfalls keine Infrastruktur für Radfahrer. Entlang der Küste ist die M8 quasi die einzige Lösung, welche gleichzeitig aber auch eine der wichtigsten Verkehrsadern ist. Dafür war man gegenüber Radfahrern häufig sehr rücksichtsvoll – überholt wurde nur mit deutlichem Abstand. Die Straßenverhältnisse sind hier jedoch nicht immer gut, da sind große Teile der Küstenstraße in Kroatien deutlich besser in Schuss.

Bleibt am Ende Süditalien – ja was soll man sagen? Das Gargano ist zum Radfahren ein Traum. Es geht zwar mächtig auf und ab, gerade auf der Südseite gibt es einige schöne Nebenstraßen mit fast keinem Verkehr.

Die restlichen Abschnitte zwischen Bari und Termoli laden aber nur teilweise zum radeln ein. Es gibt vereinzelt verkehrsarme Nebenstraßen und schön angelegte Radwege, gerade das Fahren entlang der SS16 macht aber kaum Spaß. Dank des breiten Seitenstreifens ist zwar häufig genug Platz, aber Müll und Co. Sorgen nicht für viel Freude beim Radeln.
Entlang des Küstenradwegs in den Abruzzen oder im Hinterland mag das besser aussehen, hier gibt es teilweise auch offizielle Radwege. Im Vergleich zu dem Hinterland oder Kroatien ist ein Vorteil der süditalienischen Küste aber sicherlich das zum Großteil gut ausgebautes Zugnetz, wo die Radmitnahme im Regionalverkehr kein Problem ist.

Festhalten muss ich aber auch, das Campen inzwischen ziemlich teuer ist. Viele Campingplätze scheinen vor allem auf Karavan und Glamping zu setzen. Häufig hat man das Gefühl mit einem einfachen Zelt eher zu stören. Sowohl in Italien als auch Kroatien wurden häufig 15 Euro (Spanne 6 bis 20 Euro) für ein kleines Zelt und eine Person fällig (zur Nebensaison!!). Zugegeben, im Preis inbegriffen wäre meist Strom, ein Auto und viel mehr Platz gewesen. Der volle Preis wurde, bis auf eine Ausnahme, aber immer berechnet. Zugegeben, ich hatte mir nicht zum Ziel gesetzt immer den billigsten Platz zu suchen.

Gerade in abgelegenen Buchten gibt es sicherlich noch einfachere und günstigere Plätze. In Kroatien haben mich dafür viele Plätze positiv überrascht. Viele Anlagen sind sehr neu und in sehr gutem Zustand, allerdings auch sehr groß. Für das gleiche Geld waren viele der Anlagen in Italien in einem deutlich schlechterem Zustand.