Sardinien mit dem Fahrrad umrunden

Diese Tour umrundet in knapp 2 Wochen Sardinien (etwa 900 km), lässt allerdings den südlichen Teil der Insel aus und quert dafür einmal das Landesinnere.

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Einige Impressionen der Tour sind dem folgenden Video zu entnehmen. Zusätzlich habe ich einige generelle Tipps zur Planung der Radtour auf Sardinien hier für Euch aufgeschrieben. 

Als Start- und Endpunkt der Rundtour habe ich Olbia gewählt. Olbia wird durch diverse Fährgesellschaften regelmäßig mit dem italienischem Festland angebunden und ist daher angenehm zu erreichen. Ich selbst habe die Verbindung über Nacht von/nach Livorno gewählt. Alternativ stehen u.a. auch Verbindungen ab/nach Piombino zur Auswahl. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in der Fähre problemlos möglich und, abhängig von der Fährgesellschaft sogar kostenlos. Da die Fahrradmitnahme in Italien in Fernverkehrszügen aber nach wie vor nicht erlaubt ist, gestaltet sich die Anreise jedoch etwas komplizierter. Ab Bologna (gut erreichbar mit dem EC ab München) ist daher mehrmaliges Umsteigen nötig. Bei Anreise mit dem Flugzeug würde sich u.a. auch Alghero als Startpunkt anbieten.

Ich schildere hier nur den groben Verlauf der Tour und einige Highlights. Impressionen von unterwegs sind im Blog zu finden.

Die Fahrt begann in Olbia zunächst mit eher ungemütlichem Verkehr. Es dauert gut eine Stunde bis man sich durch durch die Straßen gewühlt hat und auch den Flughafen in Olbia hinter sich gelassen hat. Ab dort ging die Tour immer gen Süden. Schon die ersten gut 40 km boten einen guten Eindruck des Abwechslungsreichtums der in Sardinien auf einen wartet – grüne Wiesen, Hügel, Meer, Insel und traumhafte Strände. Ich folgte immer der SS125, sobald Olbia hinter mir lag gab es jedoch kaum Verkehr. So macht Radfahren richtig Spaß. Startet man in Olbia in Richtung Süden steht mit dem Passo Genna Silana bereits am zweiten Tag eine deutlich schwerer Etappe hervor. Von Norden kommend ist der Pass komplett ohne Tunnel zu erklimmen, auf der Südabfahrt gibt es jedoch einige längere Galerien, weshalb ich die Auffahrt aus Norden empfehlen würde. Insgesamt ist die Auffahrt auch mit Gepäck gut zu fahren und bietet atemberaubende Blicke.

Ich folgte der SS 125 bis etwa Porto Corallo um von dort in Richtung Lago di Mulargia abzubiegen. Radfahrende sollten bei der Planung jedoch vorsichtig sein und sich nicht von der SS125var verleiten lassen. Hier sind die Autos teilweise mit hohem Tempo unterwegs und es gibt einige längere Tunnel, die man mit dem Fahrrad, nach eigener Erfahrung, nicht durchqueren möchte. Der Abstecher in das Inland lohnt auf alle Fälle, die Landschaft ist atemberaubend, allerdings teilweise sehr hügelig. Die Sidlungsdichte ist eher gering, es gibt kleine verwunschene Dörfer. Die Preise sinken deutlich. Mit dem Trekingrad war ich auf diesem Stück an die Straße gebunden (siehe mehr im Blog).

Insbesondere hier im Inland gibt es aber auch viele schöne und verlassene Alternativstrecken. Aufpassen sollte man auch bei der SS197. Ende Mai/Anfang Juni war hier soviel Verkehr (insbesondere Schwerverkehr), dass ich meine zunächst geplante Route an die Costa Verde abbrechen musste und das Stück bis Oristano mit dem Zug abgekürzt habe. Ab Oristano startet ich die Reise in Richtung Norden. Auf diesem Stück lohnt sich auf alle Fälle ein Abstecher zur Sini Halbinsel. Auch für den Besuch in Bosa sollte man genug Zeit einplanen. Am besten plant man gleich eine ganze Nacht hier um das abendliche Flair bei einem Glas Malvasia zu genießen.  Der Ort gehört der Vereinigung „i borghi più belli d’Italia“ und lädt zum Verweilen an. Richtig Spaß machen auch die von Bosa folgenden 40 km Panoramastrecke nach Alghero. Ständig gibt es unglaubliche Blicke auf das Meer und die zerklüftete Landschaft. Zudem wohnen hier einige Graugeier die beobachtet werden können.

Algehro ist inzwischen sicherlich die Boomstadt auf Sardinien, mit Blick auf die Altstadt und das Meer kann ich verstehen warum. Neben einem Besuch der Altstadt lohnt auch ein Abstecher zum Cappo Caccia auf alle Fälle. Ab Alghero bin ich in Richtung Porto Torres weiter gefahren. Ggf. kann man auch direkt in Richtung Stintino fahren. Persönlich fand ich den Strand aber sehr überlaufen und die Unterkünfte überteuert. Gerade mit dem Rad entdeckt man so viele andere Strände, dass ich einen Abstecher nicht empfehlen würde. In diesem Fall lohnt es sich eher einen Tag für La Maddalena einzuplanen.

Generell, würde ich empfehlen sich für die Querung der Nordseite ausreichend Zeit zu nehmen. Gerade ein Besuch von Castel Sardo, die Buchten von Baia Santa Reperata oder Palau und wie erwähnt La Maddalena laden zu besuchen ein. Berücksichtigen sollte man bei der Planung auch die teilweise nochmal happigen Anstiege und den Wind.

Nach den knapp vierzehn Tagen kann ich Sardinien als Radfahrziel nur empfehlen. Die Insel bietet viel Abwechslung, schöne Stände und Landschaften. Bis auf wenige Ausnahmen hält der Verkehr sich in Grenzen. Hinzu kommt die gute sardische Küche inkl. gutem Bier und Wein 😉 empfehlen würde ich auf alle Fälle einen Abstecher in das Hinterland. Wer mit einem geländegängigem Rad unterwegs ist, wird auch viele Feldwege finden die sehr gut zu fahren sind. Einziger kleine Wermutstropfen, im Vergleich zur kroatischen Küste führen viele Straßen etwas weiter vom Meer weg und bieten kein ganz großes Panorama. Die Landschaft ist dafür deutlich abwechslungsreicher.

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