Radtour auf Sizilien – Tipps und Tricks zur Planung

Sizilien ist sicherlich eine wunderschöne Insel für ausgedehnte Radtouren. Im Sommer 2014 habe ich in knapp 3 Wochen die Insel einmal umrundet, eine Tour und Zeit die mir sehr gut gefallen hat. Alle die, die ähnliche Ideen haben kann ich nur empfehlen Sizilien mit dem Fahrrad zu erkunden. Neben meinem ausführlichem Beitrag möchte ich Euch hier Tipps und Tricks zur Planung Eurer Fahrradtour geben.

Wie komme ich mit dem Fahrrad nach Sizilien?

Ich was bislang zweimal mit dem Rad auf Sizilien. 2010 mit dem Mountainbike und dann 2014. 2010 bin ich komplett mit dem Zug gefahren. Die letzte Etappe ab Bologna mit einem durchgehendem Nachtzug. Problem hier: Das Fahhrad muss komplett verpackt sein und die Züge haben nur wenig Platz. 2014 habe ich mich für die Nachtfähre entschieden. Es gibt viele Abfahrtsorte (Genua, Neapel, Civitavechia), wobei die letzten Abschnitte zu diesen Orten immer mit dem italienischen Regionalverkehr zurück gelegt werden müssen. Als letzte Möglichkeit bleibt natürlich der Flieger – sofern man nichts auf seinen CO2 Footprint gibt.

Was ist die beste Jahreszeit?

Die Sommer auf Sizilien sind heiß und trocken. Bereits ab Mitte Juni sind Teile der Inselmitte verbrannt. Insbesondere im August macht eine Tour kaum Spaß. Die beste Zeit ist daher sicherlich Mai/ Anfang Juni. Das Meer ist schon halbwegs warm, die Natur grün und die Temperaturen erträglich. Ansonsten bietet sich auch September und Oktober an, das Meer ist noch sehr warm. Ein Großteil der Landschaft jedoch sehr trocken.

Empfehlungen für die Route?

Das ist sicherlich stark abhängig von der geplanten Dauer, anvisierten Zielen und der gewünschten Länge der Tagesetappen. Persönlich haben mir vor allem große Teile der Nordküste, die Liparischen Inseln, die Etna Gegend sowie der Südwesten und Agrigento besonders gut gefallen. Auch meine Abstecher ins Inselinnere haben sich landschaftlich sehr gelohnt. Die Gegend um Pacino und Pozallo ‚bestechen‘ vor allem durch Gewächshäuser. Die Gegend um Catania ist vor allem durch viel Petrochemie geprägt und letztlich hat mich auch die Gegend und um Marsala  wenig überzeugt.

Wer nicht genug Zeit hat die ganze Insel zu umrunden (etwa 3 – 4 Wochen) der sollte sich bestimmte Regionen raussuchen und diese in Ruhe befahren. Als Regionen bieten sich sicherlich der Nordwesten (Trapani, San Vito Lo Capo, Palermo, Cefalu), der Nordosten (Liparische Inseln, Nebrodi), der Südwesten (Avola, Noto, Ragusa, Syrakusa), die Etna-Region sowie das Inselinnere (Enna, Caltanisetta) an.

Auf Sizilien gibt es allerdings keine ausgebauten Fernradwege. Der Eurovelo 7 führt zwar durch Sizilien, ist aber kaum ausgeschildert geschweige den wirklich gebaut. Aus diesem Grunde kann man bei der Planung auf das Straßennetz zurückgreifen. Auf „SP“-Straßen gibt es meistens wenig Verkehr, auch „SS“-Straßen lassen sich meist gut befahren, sofern die in der Nähe die Autobahn führt. Im Inselinneren wird der Verkehr grundsätzlich deutlich weniger als an der Küste. Meiden sollte man vor allem bei die SS186 in Richtung Monreale/Palermo.

Welche Unterkünfte bieten sich an?

Insbesondere in der Nähe der Küste hat Sizilien eine hohe Dichte an Campingplätzen. Zur Nebensaison bekommt man hier problemlos ein Platz. Häufig sind die preise dabei auch noch erfreulich niedrig. Im Inselinneren muss man eher auf Hostels und Co. zurückgreifen. Grundsätzlich hatte ich keine Probleme günstig gute private Unterkünfte zu bekommen.

Fahrradtransport auf der Insel?

In den Nahverkehrszügen kann man (mit passendem Ticket) die Fahrräder mitnehmen. Allerdings gibt es auf Sizilien nur noch wenige Strecken auf welchen Züge fahren. Teilweise sind die Fahrpläne stark ausgedünnt. Hier sollte man sich vor ab gut informieren.

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