Höhenmeter auf Brac

Tachostand: 615 (+40)
Höhenmeter: 4500 (+700)

Nach den Fahrten durch den dichten Verkehr von Split war ich froh, dass mein Plan war Split per Fähre zu verlassen. So ging es nach einem entspannten Vormittag auf nach Supetar auf Brac.

Die Insel ist die höchste kroatische Insel, mein Ziel Bol liegt auf der genau entgegengesetzten Seite. Entsprechend wurde das Höhenmeterkonto aufgebessert. Direkt ab dem Fährhafen in Supetar ging es langsam bergauf. Schnell ging es in Serpentinen und später steil geradewegs bergauf bei zweistelliger Steigung. Dabei ging es zunächst durch Nadelwälder, dann durch Oliven- und Feigenbäume und später durch den „üblichen“ Gras, Kräuter- und Laubbaummix, durchsetzt von Ziegenherden. Verglichen z. B. mit Cres ist Brac deutlich weniger felsig. Es überwiegt Kulturlandschaft vor allem in Form von Olivenbäumen und Weinreben.

Nachdem ich mehrmals die Hoffnung hatte, dass es endlich nur noch bergab nach Bol geht, war es schließlich soweit. Eine wunderbare Panoramaabfahrt mit Blick auf das Meer und Hvar. Hinter Bol bin ich zufällig auf einen kleinen Campingplatz gestoßen, eine Oase der Ruhe mit eigenem schöne Felsstrand. Hier bleib ich erstmal. Die überall ausgeschilderten Mountainbike-Strecken machen dabei Lust auf mehr, leider ist das falsche Rad dabei.

Auf nach Split

Tachostand: 575 (+109)
Höhenmeter: 3800 (+300)

Streckentechnisch liegt der Krka Nationalpark leider in einer Sackgasse, daher ging es zuerst auf dem gleichen Weg wie gestern zurück nach Sibenik. Die Gegend um Sibenik ist recht dich bevölkert, entsprechend groß war der Verkehr. Schnell legte sich dieser und die D8 schlängelt sich am Meer entlang. Wie bereits gestern aufgefallen, wird es ab Sibenik wieder etwas hügeliger, dennoch folgt die D8 die meiste Zeit auf Meereshöhe dem Küstenverlauf und gibt immer wieder sehr schöne Blicke auf das glasklare Wasser.

Dank der flachen Strecke bin ich zügig vorangekommen, erreichte schon bald Primosten. Die schöne Altsstadt liegt direkt im Meer und ist nur über eine Seite direkt zugänglich.
Hinter Primosten führt die D8 wieder etwas weg vom Meer. Die Strecke steigt leicht an. Es geht vorbei an kargem Grasland, alten Olivenbäumen, Feigenbäumen und Weinreben. Überall durchsetzt mit blühendem Ginster. Bei Marina erreicht die Straße wieder das Meer. Bei der Abfahrt taucht nicht nur das Meer auf, auch das Biokovogebirge erscheint langsam am Horizont.

Zügig ging es am Meer weiter bis Trogir, bekannt für seine Altstadt. Diese wissen aber auch viele Touristen zu schätzen, dabei war in der Altstadt mit dem bepacktem Fahrrad kaum ein durchkommen. Entsprechend ging es zügig weiter bis Split. Auf dem Stück herrscht viel Verkehr, es ging auf schlechten Straßen u.a. am Flughafen vorbei und durch Industriegebiete. Das war der Vorgeschmack auf Split. Es herrscht noch mehr Verkehr, es ist unübersichtlich und wenig einladend. Umso überraschender ist der Kontrast zur Altstadt in der man sich plötzlich befindet. Diese gehört sicherlich zu den schönsten in Europa.

Krka Nationalpark

Tachostand: 466 (+26)
Höhenmeter: 3500 (+200)

In einem Sprint ging es von Vodice zum Krka Nationalpark. Bis Skradin geht es entlang der D8, die hier ähnlich wie am Tag zuvor wenig Besonderheiten bietet. Es geht durch flache Landschaften mit spärlichem Bewuchs.

Am Horizont erkennt man, dass die Landschaft langsam wieder hügeliger wird. Ab Skradin geht es ins Landesinnere. Es geht leicht bergauf, die Landschaft wirkt trocken. Der Bewuchs ist nur spärlich. Umso überraschender ist die Vegetation im Krka Nationalpark. Die Bilder sprechen für sich.

Von Zadar nach Vodice

Tachostand: 440 (+74)
Höhenmeter: 3300 (+200)

Ein typischer „Transfertag“. Zunächst geht es durch den dichten Verkehr in Zadar, schnell geht es aber in die Vororte. Verglichen mit den vorigen Tagen ist die Gegend relativ dicht besiedelt. Überall werden die großen Holzöfen angefeuert, in welchem ganze Lämmer gebraten werden. An der Straße werden Kirschen und erste Kartoffeln verkauft.

Der gesamte Küstenabschnitt ist eher flach, daher geht es zügig in Richtung Vodice. Die Strecke ist arm an wirklichen Highlights. Die meiste Zeit führt die D8 nicht am Meer vorbei. So geht es vorbei an Olivenbäumen, Feldern, kargen Abschnitten und durch Pinienwäldern. Dabei gibt es immer wieder schöne Blicke auf die vielen vorgelagerten Inseln.

Die Fahrt führte teilweise über verlassene Nebenstraßen die im Nirgendwo anfangen und im Nirgendwo enden. In den letzten Jahren wurde in Kroatien offenbar viel in den Straßenbau investiert. Die neuen Straßen sind in gutem Zustand, beim Bau war man jedoch wenig kreativ, sie wirken wie in die Landschaft eingepflügt. Alte Straßenabschnitte hat man einfach liegen gelassen.

Dann kam der Wind

Tachostand: 366 (+73)
Höhenmeter: 3100 (+250)

Von Novalja ging es heute bis zur Südspitze von Pag und weiter nach Zadar. Pag ist vergleichsweise flach, so ging es zunächst immer wieder leicht bergauf und bergab. Bereits kurz hinter Novalja kamen die ersten starken Windböen vom Velbit Gebirge aus. Insbesondere auf den höheren Abschnitten pfiff der Wind mächtig von allen Seiten (nur natürlich nicht von hinten). Teilweise war die Kontrolle des Rads schwer, da möchte ich hier nicht bei ausgeprägten Borawinden sein. Auf einer Nebenstraße, die schnell zum Feldweg mutierte, ging es nach Pag Stadt, immer gen Süden.

 

Hinter Pag Stadt führt die Strecke zunächst an Salinen vorbei. Später ging es über Wiesen und vorbei am Meer. Der südliche Zipfel von Pag ist wieder sehr kahl und schroff, das Velbit Gebirge im Hintergrund sorgt für eine ständige Dramaturgie der Landschaft.
Auf dem Festland angekommen sind die letzten 25 km gen Westen nach Zadar wenig spektakulär. Es geht immer wieder leicht auf und ab, vorbei an spärlichem Wald und Wiesen. Der Wind aus dem Landesinneren hat nachgelassen, dafür gibt es nun kräftigen Wind vom Meer, dabei hatte ich auf Rückenwind gehofft.

Landschaften²

Tachostand: 293 (+96)
Höhenmeter: 2850 (+600)

Gut, dass ich nicht gezeltet habe. Gestern Abend kam nochmal eine kräftige Gewitterzelle. Diese Nacht hat irgendwann ein sehr starker Sturm eingesetzt, aber danach waren die Wolken wenigstens Geschichte.

So ging es heute bei Sonnenschein auf die D8. Nach den Kilometern auf der D8 gestern war ich ja skeptisch ob sie was für Radfahrer ist. Aber zu dieser Jahreszeit ist sie doch relativ gut zu fahren, es gibt nur wenig Schwerlastverkehr, dafür ca. 30% Wohnwagen. Kroaten sind in der Minderheit, es überwiegen deutsche Kennzeichen. Natürlich dürfen auch Motorradfahrer nicht fehlen, welche wohl Nationalpark und Nürburgring verwechselt haben.

Bis Senj war die Fahrt wenig spektakulär, die Strecke ist relativ flach, folgt ständig direkt dem Küstenverlauf. Hier und da hängen Ziegen in den steilen Felswänden. Immer wieder gibt es schöne Blicke auf Krk und schöne Buchten. Das Wasser ist überall glasklar.

Hinter Senj ging es wieder bergauf, die Vorläufer des Velbit bahnen sich an. Die Landschaft spektakulär, es ist felsig und rau, eigentlich lebensfeindlich. Dennoch ist es grün – kleine Laubbäume, Gras, Wildkräuter und diverses blühendes Gewächs. Die Straße entfernt sich deutlich vom Meer, dank der Höhenmeter gibt es aber immer wieder eindrucksvolle Blicke auf sie Kvarner Bucht.

Nach einer rasanten Abfahrt habe ich gerade noch die Fähre nach Pag bekommen. Auf der dem Landesinneren zugewandten Seite hat man zunächst das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. Schroffer Fels, kaum grün. Die Insel könnte Drehort diverser Marsfilme sein. Den Gipfel überwunden zeigt die dem Meer zugewandte Seite ihr grünes Gesicht. Der ständige Landschaftswandel auf so kurzer Strecke ist wirklich beeindruckend.

Die Sache mit dem Wetterbericht

Tachostand: 197 (+65)
Höhenmeter: 2250 (+650)

Hmm Höhenmeterdiät 😉 Auf dem Weg zur Fähre gab es wieder 350 davon zum Frühstück, natürlich nur, um sie dann wieder zu verlieren. Dabei bot die Landschaft nochmal alles was Cres so hat. Wilde Kräuter, Schafe, Fels uvm.

Im Vergleich zur Cres war Krk weniger eindrucksvoll, die Insel ist relativ flach. Der Verkehr war zunächst gemäßigt, nahm langsam zu. Gegen 12 begann es langsam zu tröpfeln. Es war zwar vorher schon bewölkt, Regen war aber nicht angesagt (Die Diskussion über Niederschlagswahrscheinlichkeit spare ich mir). Aus den Tropfen wurde immer mehr, ein Café bot Unterschlupf. Der Regenradar versprach ein baldiges Ende. So hörten der Schauer bald auf, es ging weiter.

Cres
Kvarner Bucht

Natürlich sollte das nicht stimmen. Spätestens auf der Krk-Brücke war alles nass. Dir D8 zu fahren war bei dem Regen auch kein Vergnügen und nur bedingt zum Nachahmen empfohlen. Daher endete die Fahrt früher als geplant in Selce, einer unscheinbaren Touristen“metropole“. Pro zehn Einwohner gibt es mindestens ein Hotel und Restaurant. Jetzt zur Nebensaison wird aber noch kräftig gebaut. Morgen soll das Wetter wieder besser werden, dann stehen einige mehr Kilometer auf dem Plan als geplant.

Auf nach Cres

Tachostand: 132 (+43)
Höhenmeter: 1600 (+700)

Zum Frühstück gab es Höhenmeter – erst 300 Meter bergauf, um sie dann in einer rasanten Abfahrt zur Fähre wieder zu verlieren. Der Verkehr ist dabei minimal, große Teile der D66 sind eine schöne Panoramastraße, vorbei an schroffen Felsen und Blick aufs Meer. Zur Hochsaison, wenn all die Wohnwagen nach Cres wollen macht das aber wahrscheinlich kaum Spaß.

Auf Cres angekommen gab es zur Abwechslung Höhenmeter – gute 400, die aber durchgängig gut zu fahren waren. Verkehr fast Fehlanzeige, wobei immer wieder Vorsicht geboten ist. Gerade die Einheimischen halten beim überholen auch nur soviel Abstand wie nötig ist um mich nicht platt zu fahren. Auch auf Schafe sollte man achten, Straßen scheinen ihnen zu gefallen.

Die Landschaft ändert sich dabei im Minutentakt. Anfangs dominieren Laubwälder, schnell werden diese durch steiniges Gelände mit kleinen Bäumen abgelöst. Beeindruckend. Überall mischen sich Wildkräuter in die Landschaft, Rosmarin, Thymian und am auffälligsten Salbei. Ganze Felshänge sind bedeckt mit blühenden Salbeipflanzen. Dabei gibt es immer wieder schöne Blicke auf Buchten.

In Richtung Cres (Stadt) fällt die Landschaft wieder deutlich ab, viele Olivenbäume mischen sich in das Landschaftsbild – Ziel erreicht. Mal wieder scheine ich den Altersdurchschnitt auf dem Campingplatz deutlich zu senken. Dafür passt wenigstens meine Nationalität – Deutsch ist die Regelsprache.

Drei auf einen Streich!

Tachostand: 89 (+89)
Höhenmeter: 900 (+900)

Nach einem Espresso im Antico Cafe Torinese ging es zunächst durch den wuseligen Verkehr Triestes. Auf kleinen Nebenstraßen ließ ich die Stadt schnell hinter mir. Bereits nach 6 Kilometern erinnerte wenig an Trieste, dafür ging es direkt steil bergauf. So ging es zunächst durch kleine Ortschaften, vorbei an Kirschbäumen mit reifen! Früchten uvm. Nach einem kurzem Intermezzo auf der SS114 ging es es entlang einer ehemaligen Bahntrasse in Richtung Slowenien. Dabei machte der unbefestigte Untergrund ein schnelles vorankommen leider unmöglich.

Nach knappen 15 km war das erste Land geschafft. In Slowenien ging es auf Nebenstraßen und Wegen weiter nach Kroatien, ständig bergauf. Nach guten weiteren 15 km war auch Slowenien „Geschichte“. An einem kleinen Grenzübergang ging es nach Kroatien. Der Beamte schien zunächst etwas verwirrt, winkte mich aber schnell durch.

Weiter ging es langsam bergauf, dabei wie schon zuvor überwiegend durch Laubwälder. Kurz hinter der – nun gut- nennen wir es Ortschaft Jelovice änderte die Landschaft sich plötzlich. Wiese mit Nadelbäumen ließ die Landschaft offener wirken.
Menschen, Autos – Fehlanzeige. So ging es weiter, vorbei an unwirklichen Ortschaften, langsam überwiegend bergab durch Kroatien. Nur vereinzelt Menschen oder Autos – so macht Radfahren Spaß!

Je näher ich Rijeka kam, umso mehr nahm der Verkehr zu. Die Ortschaften wurden größer. Einen ersten Blick auf das Meer gab es aber erst kurz vor Opatija. Da war sie also – die Kvarner Bucht.

Die Küstenstraße in Richtung Brestova war zunächst dicht befahren und vor allem sehr eng – so macht Radfahrern nun echt keinen Spaß. Langsam nahm der Verkehr ab und teure Autos mit deutschen Kennzeichen bestimmten das Straßenbild.

Rund um die Adria

Der Plan für die nächste Tour steht. In einigen Tagen geht es zunächst mit dem Zug nach Trieste. Ab dort geht es weiter mit dem Rad, zunächst direkt in Richtung Kroatien. Über einigen Inseln und der kroatischen Küste folgend geht es in Richtung Dubrovnik. Von dort geht es weiter, entlang der Bucht von Kotor nach Bar in Montenegro. Per Fähre geht es zurück nach Bari. Ab hier geht die Tour weiter entlang der Adriaküste in Richtung Norden. Wie weit es in Richtung Norden geht bleibt abzuwarten. Los geht es am 21.5 für gute 3 1/2 Wochen. Mehr folgt sobald es los geht.

Grober Verlauf der geplanten Route – Quelle des Kartenmaterials: openstreetmaps.org